Rückblick: das MTBvD A-Team beim Ruhrbike Marathon in Wetter

Dass es heiß werden wurde, war abzusehen. Aber mit einer solchen Hitzeschlacht rechneten wohl die wenigsten Fahrer beim Ruhrbike Marathon, dem 3. Lauf der Nutrixxion Marathon Trophy, in Wetter an der Ruhr am 3. Juli 2010.

Kreislaufzusammenbruch bei Lukas Löttert
In der Vorwoche noch durch eine Erkältung heimgesucht und stark geschwächt ignorierte der 15-Jährige seinen Körper und ging trotzdem an den Start. Die Quittung folgte dann nach wenigen Kilometern. An einem Anstieg krampfte ein Beinmuskel derart stark, dass Lukas nicht vernünftig aus den Klickpedalen kam und stürzte. Seinem von der Erkältung und mörderischen Hitze schon geschwächten Kreislauf gab dies den Rest und Lukas verlor kurz das Bewusstsein. Durchgecheckt in einem Rettungswagen, konnte zwar Entwarnung gegeben werden – das Rennen war aber trotzdem für ihn gelaufen.

Tobias erreicht Platz 3
Zwei volle Trinkflaschen ab Start und weitere vier Trinkflaschen durch die teameigenen Feedings reichten für Tobias nicht aus, er musste trotzdem noch an der zweiten Verpflegungsstellen auffüllen. “Das war so unglaublich heiß. Ab Mitte der Strecke ist mein Puls in den Keller gegangen, selbst an den Anstiegen fror ich dann plötzlich. Zwischendurch habe ich mich dann sogar einige Minuten in den Schatten gesetzt, um keinen Kreislaufzusammenbruch beim Fahren zu riskieren.” Im Ziel wurde er nach 3:05:44 Stunden klassiert, was in seiner Altersklasse ohne Lizenz für den 3. Platz von insgesamt 10 Jugend-Startern reichte. Es gewann Simon Boecker vor Maurice Wiegelmann. “Damit hätte ich nicht gerechnet, denn eigentlich liegt mir große Hitze gar nicht. Aber bei den Anderen ist es wohl einfach noch schlechter gelaufen”, so Tobias im Ziel.

Literweise kippten nette Streckenanwohner Wasser über die Fahrer und auch an den Teamfeedings bekam jeder Fahrer noch eine dritte Flasche mit Wasser zum Abkühlen angereicht. “Am Schluss war alles egal. Ob da jetzt Cola, Wasser oder Iso in der Flasche war – als klar war, dass ich mit den Flaschen bis auf den Hardtkortberg komme, habe ich jeden restlichen Tropfen Flüssigkeit ins Trikot gekippt. Das waren ja noch die mit dem 10cm-Reißverschluss, ohne Chance auf Ventilation”, erzählt Tobias.

Bis Kilometer 11 hatten Tobias und Matthias auch dieses Mal wieder zusammen Tempo gemacht, danach musste Tobias abreißen lassen. “Der erste Straßenanstieg entscheidet hier, wie lange man im ersten Trail wartet. Daher habe ich Tobias und mich da mit Maximalpuls hochgetrieben.”, erzählt Matthias und ergänzt: “Ich komme mit hohen Temperaturen aber ein wenig besser als Tobi klar. Die gleiche Zeit wie im Vorjahr, trotz dieser Wahnsinnshitze – ich bin zufrieden.” Am letzten Anstieg sammelte Matthias sogar noch ein paar Bundesligafahrer ein, die den Marathon später als “kranke Hitzeschlacht” bezeichneten. Im Ziel standen 2:47:08 Stunden auf der Uhr und der 9. Platz im insgesamt 56 Fahrer großen Feld der Herrenklasse ohne Lizenz. “Das Limit waren heute nicht die Beine sondern der Kreislauf, zum Ende hin sackte der Puls immer mehr in den Keller inklusive aller sonstigen Warnzeichen”, so Matthias.

Maren Flender mit Materialbruch
Keine Probleme in der Gluthitze hatte Maren Flender, die an aussichtsreicher Position lag bis ein Defekt sie kurzzeitig stoppte.”Als ich beim zweiten Überqueren der Ruhrbrücke die Treppe hochgelaufen bin, und mein Rad angehoben habe, fühlte sich das Hinterrad so verdächtig locker an”, so Maren. Ein kurzer Blick auf das Ausfallende bestätigte alle Befürchtungen: Das Schaltauge hatte sich teilweise aus dem Rahmen verabschiedet. (Wir erinnern uns.) Maren schaffte es mit großer Vorsicht trotzdem noch ins Ziel und sicherte sich mit einer Zeit von 2:50:46 Stunden den 5. Platz bei den Frauen mit Lizenz hinter der Gewinnerin Sandra Gockert, die für die Strecke 2:28 Stunden brauchte. “Das war zwar eindeutig zu warm heute aber trotzdem wäre ohne Defekt noch mehr drin gewesen”, so ihr Fazit des Rennens.

MTBvD Racing A-Team auf Hitze vorbereitet
Zusätzlich zu den zwei Verpflegungsstellen bei Kilometer 16 und 35 war das MTBvD A-Team an zwei weiteren, logistisch und strategisch günstigen Punkten, mit neuen Trinkflaschen versorgt worden. Insgesamt 18 Powerbar-Trinkflaschen und Gels waren vorbereitet worden, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust alleine von Tobias und Matthias im Rahmen zu halten.

“Dass wir überhaupt ins Ziel gekommen sind und es bei mir noch für den dritten Platz gereicht hat, war heute weniger unsere eigene sportliche Leistung als die Leistung unsere Betreuer”, so Tobias’ Zusammenfassung des Tages und ergänzt: “Ohne die zwei zusätzlichen Feedings hätte ich noch stärker auf die Bremse treten müssen oder wäre zwischendurch umgekippt. Daher den allergrößten Dank an unsere Helfer!”.


Vorbereitung: Das MTBvD-Team war dank POWERBAR so gut wie möglich auf die zu erwartende Hitzeschlacht eingestellt.


Aber keine Trinkflasche nützt etwas, wenn sie nicht an die Strecke kommt.


Startvorbereitungen: Neben zwei Schatten spendenden Trailern bereiten sich Matthias und Tobias auf den Marathon vor.


Aufwärmen zwischen LKWs – aber im Schatten!


Schatten auch im Startblock – dank unserer großartigen Betreuern.


Kein Schatten mehr: Maren Flender auf der Strecke.


Auf der steilsten Straße in Volmarstein: Matthias trotzt Staub und Hitze.


Tobias auf der Strecke in Volmarstein – im Wiegetritt. Ob es am Personal im Hintergrund lag?


In jedem Fall reichte es für den 3. Platz in der Jugendklasse! Das Schloss ist übrigens super praktisch und sichert regelmäßig nach den Marathons unsere Räder, während wir unter der Dusche stehen.

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