Finale der NRW Marathon Trophy – Trotz Erkältung Platz 5 in der Gesamtwertung für Dominik und Matthias
„Theoretisch“ hätte die erfolgreiche Rennsaison 2011 am vergangenen Sonntag im sauerländischen Bruchhausen mit einem guten Ergebnis beim letzten Rennen und somit vielleicht sogar einem Podiumsplatz bei der Nutrixxion Marathon Trophy für Dominik Voss enden können. Doch die Praxis sah leider anders aus: Am Vortag durchkreuzte ein kleiner Infekt die Pläne des Team-Neuzugangs. Dominik entschied sich trotz Beschwerden zum Start beim Finale der Marathonserie, denn bei einer Nicht-Teilnahme wäre er aus der Gesamtwertung gestrichen worden.
Die konditionell fordernde Strecke in der Nähe von Olsberg hält für die Fahrer 1100 Höhenmeter, verteilt auf 44 Kilometern, bereit. Als wahrer Höhepunkt wartet dabei zum Schluss der mit über 800 Metern höchste Berg Nordrhein-Westfalens, der Langenberg. Ein paar Trails, viele Waldwege, steile und ganz steile Anstiege – die Strecke in Langenberg ist ein solider Querschnitt durch die Sauerland-Marathons. Nur mit den letzten Metern hatten es die Streckenplaner in diesem Jahr etwas übertrieben. Für ein paar hundert Meter steil bergab in den Ortskern auf einem nur rund 30cm breiten Trampelpfad sind normalerweise Routine. Wenn links und rechts direkt neben dem Pfad aber Stacheldraht gespannt ist, muss man sich aber schon die Frage gefallen lassen, ob hier wirklich 758 Fahrer durchgeschickt werden müssen.
Doch zunächst führte die Strecke bei sommerlichen Temperaturen über eine Einführungsrunde um kurz darauf den Start/Zielbereich ein weiteres Mal zu durchfahren. Am Anfang konnte Dominik hier gut das Tempo seines Teamkollegen Matthias halten, doch nach wenigen Minuten machte sich auch schon seine Erkältung schon bemerkbar. Die Bronchien schmerzten, der Kopf schmerzte, und Dominik konnte dem hohen Tempo nicht standhalten. Im großen Feld fiel er immer weiter zurück und musste eine „weitere Niederlage“ eingestehen. Am Ende reichte es nach 02:14:17 Stunden nur für den 12. Platz in seiner Altersklasse und Dominik schafft es leider nicht an die Erfolge und Podiumsplätze der früheren Rennen anzuknüpfen. Dominik zu diesem Ergebnis: „Es ist schade, dass ich ausgerechnet bei diesem wichtigen Rennen und Abschluss der Saison nicht die volle Leistung abrufen konnte. Dennoch kann ich auf eine erfolgreiche Saison 2011 zurückblicken, ohne die ich es nicht in das Team MTBvD / POISON-BIKES geschafft hätte. Ich freue mich schon jetzt auf die weitere Zusammenarbeit und die Saison 2012“.
Während es Dominik erst am Vortag erwischte, musste Matthias schon am Mittwoch sein Training wegen akuter Erkältung einstellen. Nachdem eine kurze Vorbelastung am Samstagnachmittag ganz zufriedenstellend – jedenfalls ohne Atemnot oder sonstige körperliche Defekte verlief – stand auch Matthias am Sonntag in Olsberg-Bruchhausen leicht hustend und mit Nasenspray in der Rückentasche an der Startlinie. Nach dem Start lief es dann besser als erwartet – der Kreislauf verhielt sich normal, die Beine ebenso und die Nase war frei. Trotzdem riegelte sich Matthias konsequent ab und fuhr nie am Anschlag. “Ich bin noch nie so konzentriert und vorausschauend einen Marathon gefahren, immer darauf konzentriert Leistungsspitzen zu vermeiden”, so Matthias nach dem Rennen. So wurde bergab und in der Ebene jeder sich bietende Windschatten ausgenutzt, bergan stets die Ideallinie verteidigt. Neue Reifen und pannensichere Latex-Schläuche verhinderten zudem einen erneuten Reifendefekt. Mit einer Zieldurchfahrt nach 2 Stunden und 3:30 Minuten hieß das: Platz 19 in der Altersklasse (Herren) und in der Gesamtwertung Rang 87 von 434 Startern. Matthias’ Fazit: “Für eine Erkältung gar nicht mal so schlecht.” Mit einem Rückstand von 17 Minuten auf den Sieger der Herrenklasse brachte dieses Ergebnis sogar noch ein paar Punkte für die Gesamtwertung der Nutrixxion Marathon-Trophy.
Die Gesamtwertung der Nutrixxion Marathon Trophy 2011, einer NRW-weiten Marathonserie, ist immer auch ein Spiegelbild der Leistungskonstanz über das Jahr. Hier reicht es nicht, ein paar Rennen mitzufahren und den Rest des Jahres die Beine hochzulegen. Sondern wer hier vorne mitmischen möchte, muss von Mai bis Oktober in bis zu acht Marathons konstant Ausdauer zeigen.
Langenberg ist dabei traditionell der letzte Marathon der Serie, hier werden neben den Tagessiegern auch die Gesamtsieger der Marathon-Trophy geehrt. Bedingt durch sein nicht optimales Rennen fiel Dominik hier in seiner Altersklasse Junioren U19 um drei Plätze auf den 5. Platz zurück. Matthias belegte bei den Herren ebenfalls den 5. Platz. (Dominik / Matthias)

