Technik-Tipp (3): Sattel neu lackieren – aufgehübscht in die neue Saison

9. Februar 2012 Keine Kommentare

Der Winter ist traditionell die Zeit der Werkstatt. Viele Mountainbiker investieren in neue Teile, andere unterziehen die bestehenden Komponenten einer gründlichen Revision. Dieses Jahr blieben auch die Sättel nicht unangetastet.

Sattel neu lackieren
„Sie können jede Farbe haben, solange es Schwarz ist.“ – Eine Aussage, die dem Autobauer Henry Ford zugeschrieben wird, aber augenscheinlich auch bei den meisten Sattelherstellern zur Modellgestaltung passt. Die meisten Ledersättel an Mountainbikes sind schwarz. Das ist robust, passt zu den meisten Rahmendesigns und lässt Verschmutzungen nicht so leicht erkennen. Trotzdem leiden auch schwarze Ledersättel mit der Zeit. Stürze bringen Schäden und Risse. Die ständige Reibung zwischen Hose und Sattel lässt die Farbe verblassen und das Leder brüchig werden. Noch schlimmer stellt sich die Situation bei weißen Sätteln dar. Hier sieht man die Verschmutzungen umso deutlicher.

Unser hier gezeigtes Exemplar war zwei Jahre im Renneinsatz, hat tausende Kilometer und einige Stürze überlebt. Das Resultat waren einige kleine Schäden im Bezug, ein Riss an der Flanke und ein insgesamt sehr dreckiges, abgewetztes Aussehen. Auch löste sich teilweise das Leder unter dem Sattel. Da es sich um ein leichtes und dementsprechend teures Selle Italia SLR Carbonio Modell mit einem Verkaufspreis von rund 130 Euro handelt, war ein Austausch keine Option. Grundsätzlich war – abgesehen vom Aussehen – gegen den Sattel auch nichts einzuwenden – das Ziel war also primär eine gewisse Aufhübschung.

Wir fragten bei einem der größten Hersteller für Aufbereitungsprodukte im Lederbereich nach und bekamen eine freundliche, aber ernüchternde Antwort: “Der Riss im Sattel ist nicht reparabel – das Leder müsste ausgetauscht werden. Die gesamte Zurichtung des Leders ist herunter und müsste neu aufgebaut werden.” Mit Lackiererfahrung und Werkstattausstattung ließe sich unter Umständen noch eine Neulackierung durchführen.

Lackiererfahrung? Nicht vorhanden. Aber irgendwann ist immer das erste Mal.

Am Anfang stand eine gründliche Reinigung. Hierzu wurde der Sattel demontiert und in ein heißes Bad mit “Vanish Oxi Action”, einem Pulver mit “kraftvollem Aktiv-Sauerstof”, gelegt und erbarmungslos gebürstet. Nach gründlicher Trocknung ging es an die Reparatur der Schadstellen.

Das sich lösende Leder unter dem Sattel wurde mit einem 1-Komponenten-Sekundenkleber neu befestigt. Die Löcher im Lederbezug wurden mit weißem Montagekleber gefüllt. Mit Montagekleber wurde auch der Riss an der Flanke gefüllt und mit Sekundenkleber überdeckt. Mit Schleifpapier und Schlüsselfeile wurde die reparierte Stelle im Anschluss noch modelliert und geglättet.

Nun wurde der Sattel mit Hilfe von Isopropanol (Alkohol) gründlich entfettet und mit Schleifpapier die Oberfläche etwas angeschliffen. Die Ziernähte sowie das Gestell wurden abgeklebt und die als Halter montierte Sattelstütze in Plastikfolie verpackt.

In einer improvisierten “Lackierkabine” wurde schließlich aus einer Spraydose weiße Lederfarbe (400ml, ca. 15 Euro) in Sprühstößen möglichst gleichmäßig aufgetragen. Der Karton sorgt dafür, dass sich der Sprühnebel nicht überall im Raum niederlegt. Stellen, an denen zu viel Lack gelandet war, konnten mit etwas Druckluft noch verteilt und geglättet werden. Gründlich trocknen lassen und – fertig.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Schriftzüge sind zwar nun verdeckt aber das Erscheinungsbild hat sich zum Positiven gewandelt. Der Materialeinsatz blieb dabei auf preisgünstigem Niveau.

Hochdruckreiniger für unterwegs im Eigenbau (Video)

31. Januar 2012 2 Kommentare

Mobiler Hochdruckreiniger Regenrennen - Jeder Mountainbiker kennt sie. Wenn der Matsch es bis in die Ohren geschafft hat, sieht auch das Fahrrad meistens aus wie Sau. Während man sich selber unter die warme Dusche stellen kann, wird das Bike bei den meisten Rennen im Anschluss mit einem Gartenschlauch traktiert. Ein oder zwei Spritzpistolen für viele Fahrer – das heißt vor allem eines: Warten, warten, warten – und oftmals dabei erfrieren. Wer das nicht möchte, kann mittlerweile auf einige Lösungen aus dem Handel zurückgreifen. Kärcher bietet zum Beispiel einen Hochdruckreiniger mit Akku an, der – Achtung Schnäppchen – allerdings rund 500 Euro kostet. Weit verbreitet ist auch eine Variante unter dem frei übersetzten Handelsnamen “Dreckarbeiter”, die mit eingebautem Wassertank verspricht, das Rad wieder sauber zu bekommen. Alle Lösungen haben eines gemeinsam: Sie kosten über 100 Euro. Wer das nicht investieren will, dem bleibt nur der Griff zur bekannten Unkrautspritze. Aber wer will schon Pumpen, wenn er vorher einige dutzend Kilometer Rennen gefahren ist.

Im Video werden knapp 5 Liter Wasser versprüht, bei zügiger Arbeitsweise bekommt man damit schon eine Menge Dreck weg. Der Umwelt zuliebe wollten wir kein Auto nur deshalb 5 Meter bewegen, um den Stecker im Video dort einzustecken. Die Bikewash-Box wird daher mit einem Netzteil, welches aus 230V die benötigten 12V macht, betrieben. Unterwegs kann sie aber problemlos an der Autobatterie genutzt werden.

Also war es an der Zeit, mit Hilfe einer gewissen Portion Know-How, Erfahrung und Ideenreichtum eine Eigenlösung zu kreieren. Wer mit dem Auto anreist – und wer tut das nicht – hat bei einem Mountainbikerennen schließlich den passenden Akku schon dabei. Die Starterbatterie eines handelsüblichen Mittelklassewagens hat heute rund 40 Amperestunden [Ah] und reicht damit gefahrlos selbst für ausgedehnten Reinigungsspaß. Wer dann noch eine 12V-Kfz-Steckdose im Kofferraum besitzt, hat ideale Voraussetzungen für die hier gezeigte Lösung. Das Wasser kann in handelsüblichen Kanistern mitgenommen werden. Ideal eignen sich zum Beispiel leere 5l-Behälter vom Scheibenreinigungskonzentrat. Am besten während der Fahrt so platzieren, dass sie gefüllt bei einem Unfall nicht zur Gefahr werden.

Mobiler Hochdruckreiniger Kernstück ist eine vorhandene MTBvD-Logistikbox, die mit Klebeband wasserdicht gemacht wurde, indem die Bodenlöcher abgeklebt wurden. Als Pumpe kommt eine Tauchpumpe aus dem Jacht- und Wohnmobilbereich zum Einsatz. Das Gerät der Serie “vip plus” kann bis zu 2 Stunden Trockenlauf ertragen, erzeugt bis zu 1,1bar Druck, verbraucht laut Hersteller 35 – 45 W und ist dabei noch preiswert. Auch die Steckverbinder sowie die Blumenspritze gibt es in allen Abstufungen von ganz billig bis ganz teuer. Die hier gezeigten Schlauchverbinder kommen von Kärcher und sind selbstsperrend (Aquastop). Das hat den Vorteil, dass das Wasser auch beim Transport im Schlauch bleibt und die Pumpe nicht bei jedem Mal erst den Schlauch mit Wasser füllen muss. Den Übergang vom Gartenschlauch-System zur Kiste stellt eine Schottverschraubung dar, die eigentlich für Druckluft gedacht ist. Der Gartenschlauch schlägt mit gerade mal 0,25 Euro pro Meter zu Buche – hier sollte man es aber mit der Länge nicht übertreiben.

Den Stecker für den Zigarettenanschluss gibt es ab 0,80 Euro aufwärts. Die hier gezeigte “Luxus”-Variante mit Schalter ist für 2,50 Euro zu haben. Das Kabel ist eine handelsübliche Silikonleitung, die mit Geflechtsschlauch umhüllt wurde. Achtung mit den Steckern: In den meisten ist eine Feinsicherung verbaut. Sollte die Pumpe also mal nicht anlaufen, auch die dortige Sicherung überprüfen. Kombiniert mit etwas Montagematerial ergibt dieser bunte Materialmix eine ganz hervorragende Reinigungslösung, die das Budget mit nur rund 40Euro belastet – je nachdem was in Haus und Hof schon vorhanden ist.

Dass man damit wirklich ein Bike sauber bekommt, zeigt die Fotogalerie. Insbesondere für alle, die eine gewisse Restwert-Vorstellung für ihren Dachhimmel im Auto haben und nicht gerne ein dreckiges Fahrrad verladen, eine saubere Lösung.

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Aus U13 wird U15: Baustelle zum Jahreswechsel

2. Januar 2012 Keine Kommentare

Aus alt mach neu, aus U13 wird U15. Die Räder stehen noch still, aber ohne Schrauberei ging auch der Jahreswechsel nicht vorbei. Schließlich musste beim jüngsten MTBvD-Mitglied Julian die Übersetzung an das U15-Reglement angepaßt werden. Eine gute Gelegenheit, die veraltete 9-fach Schaltung gegen aktuelle 10-fach-Technik zu tauschen. Auch die Kurbellänge bedurfte der Anpassung. Der Teamfahrer freut sich nach dem gelungenen Opiat-Update schon auf den Saisonstart Ende März.

Poison Opiat fertig

Technik-Tipp (II): Lampen fürs Rennrad – gesehen werden im Dunkeln

27. Dezember 2011 Keine Kommentare

Sigma Micro und Tacx Lumos Lampe Mit dem Leben bezahlt hat vor einiger Zeit ein 16-Jähriger Rennradfahrer in Niedersachen seine Fahrt in der Dunkelheit. (Video: http://bit.ly/vkUCqz ) Versuchen wir die unqualifizierten Kommentare unter dem Video (“Rennradfahrer gehören auf den Radweg, die Straße ist für Autos da!!!”) nicht weiter zu beachten. Der junge Rennradfahrer hat ein Vorfahrt-Schild übersehen, aber wie oft wird auch der Radfahrer übersehen. Wir kennen es alle: Noch schnell eine Runde im Sonnenuntergang trainieren und plötzlich ist es dann doch stockfinster und man ist ohne Licht unterwegs. Als Fahrer sieht man meisten noch genug, aber wird man auch gesehen?
Hier zwei Lampen, um im Dunkeln auf sich aufmerksam zu machen: Die Sigma Micro (6,95 Euro) kann immer am Lenker bleiben, ist preiswert und leicht. Mit dem Klettverschluss kann man sie schnell zwischen mehreren Rädern wechseln. Tolle Idee auch die Tacx Lumos – Lampen (12,95 Euro/Paar), die sowohl Front- als auch Rücklicht sind. Sie ersetzen die Lenkerendstopfen und können daher gar nicht zu Hause vergessen werden. Spielerei: Drückt man den Knopf an der Oberseite, kann man damit sogar beim Abbiegen gelb “blinken”. Beide Lampen sind nicht StvZO-zugelassen, aber wer fährt mit einem Rennrad schon auf der Straße – damit gehört man schließlich auf den Radweg!

Technik-Tipp (I): Neue Schrauben für Specialized Schuhe

20. Dezember 2011 Keine Kommentare

Schrauben Schuhsohle Specialized Comp Bikeschuhe Schrauben in der Schuhsohle (für Stollen) austauschen
Wer Bikeschuhe von Specialized hat, kennt das Problem wahrscheinlich: Die Schuhe sind super, die verwendeten Schrauben  dagegen totaler Murks. Unser Bild zeigt das Modell “Comp MTB”. Die zur Abdeckung der Gewinde für die optional montierbaren Stollen verwendeten Schrauben halten zwar einiges aus aber wehe sie bekommen einen Schraubendreher zu Gesicht: Dann verabschiedet sich der Kreuzschlitz bei der ersten Berührung. Das Verwenden der Stollen scheitert dann unter Umständen daran, dass die Schrauben nicht mal eben zu lösen sind, sondern umständlich mit der Kombizange herausoperiert werden müssen. Die Alternative hört auf den Namen M5x6 ISO7380 (I6K A2-70) und ist eine Innensechskantschraube mit Flachkopf.