Regenrennen - Jeder Mountainbiker kennt sie. Wenn der Matsch es bis in die Ohren geschafft hat, sieht auch das Fahrrad meistens aus wie Sau. Während man sich selber unter die warme Dusche stellen kann, wird das Bike bei den meisten Rennen im Anschluss mit einem Gartenschlauch traktiert. Ein oder zwei Spritzpistolen für viele Fahrer – das heißt vor allem eines: Warten, warten, warten – und oftmals dabei erfrieren. Wer das nicht möchte, kann mittlerweile auf einige Lösungen aus dem Handel zurückgreifen. Kärcher bietet zum Beispiel einen Hochdruckreiniger mit Akku an, der – Achtung Schnäppchen – allerdings rund 500 Euro kostet. Weit verbreitet ist auch eine Variante unter dem frei übersetzten Handelsnamen “Dreckarbeiter”, die mit eingebautem Wassertank verspricht, das Rad wieder sauber zu bekommen. Alle Lösungen haben eines gemeinsam: Sie kosten über 100 Euro. Wer das nicht investieren will, dem bleibt nur der Griff zur bekannten Unkrautspritze. Aber wer will schon Pumpen, wenn er vorher einige dutzend Kilometer Rennen gefahren ist.
Im Video werden knapp 5 Liter Wasser versprüht, bei zügiger Arbeitsweise bekommt man damit schon eine Menge Dreck weg. Der Umwelt zuliebe wollten wir kein Auto nur deshalb 5 Meter bewegen, um den Stecker im Video dort einzustecken. Die Bikewash-Box wird daher mit einem Netzteil, welches aus 230V die benötigten 12V macht, betrieben. Unterwegs kann sie aber problemlos an der Autobatterie genutzt werden.
Also war es an der Zeit, mit Hilfe einer gewissen Portion Know-How, Erfahrung und Ideenreichtum eine Eigenlösung zu kreieren. Wer mit dem Auto anreist – und wer tut das nicht – hat bei einem Mountainbikerennen schließlich den passenden Akku schon dabei. Die Starterbatterie eines handelsüblichen Mittelklassewagens hat heute rund 40 Amperestunden [Ah] und reicht damit gefahrlos selbst für ausgedehnten Reinigungsspaß. Wer dann noch eine 12V-Kfz-Steckdose im Kofferraum besitzt, hat ideale Voraussetzungen für die hier gezeigte Lösung. Das Wasser kann in handelsüblichen Kanistern mitgenommen werden. Ideal eignen sich zum Beispiel leere 5l-Behälter vom Scheibenreinigungskonzentrat. Am besten während der Fahrt so platzieren, dass sie gefüllt bei einem Unfall nicht zur Gefahr werden.
Kernstück ist eine vorhandene MTBvD-Logistikbox, die mit Klebeband wasserdicht gemacht wurde, indem die Bodenlöcher abgeklebt wurden. Als Pumpe kommt eine Tauchpumpe aus dem Jacht- und Wohnmobilbereich zum Einsatz. Das Gerät der Serie “vip plus” kann bis zu 2 Stunden Trockenlauf ertragen, erzeugt bis zu 1,1bar Druck, verbraucht laut Hersteller 35 – 45 W und ist dabei noch preiswert. Auch die Steckverbinder sowie die Blumenspritze gibt es in allen Abstufungen von ganz billig bis ganz teuer. Die hier gezeigten Schlauchverbinder kommen von Kärcher und sind selbstsperrend (Aquastop). Das hat den Vorteil, dass das Wasser auch beim Transport im Schlauch bleibt und die Pumpe nicht bei jedem Mal erst den Schlauch mit Wasser füllen muss. Den Übergang vom Gartenschlauch-System zur Kiste stellt eine Schottverschraubung dar, die eigentlich für Druckluft gedacht ist. Der Gartenschlauch schlägt mit gerade mal 0,25 Euro pro Meter zu Buche – hier sollte man es aber mit der Länge nicht übertreiben.
Den Stecker für den Zigarettenanschluss gibt es ab 0,80 Euro aufwärts. Die hier gezeigte “Luxus”-Variante mit Schalter ist für 2,50 Euro zu haben. Das Kabel ist eine handelsübliche Silikonleitung, die mit Geflechtsschlauch umhüllt wurde. Achtung mit den Steckern: In den meisten ist eine Feinsicherung verbaut. Sollte die Pumpe also mal nicht anlaufen, auch die dortige Sicherung überprüfen. Kombiniert mit etwas Montagematerial ergibt dieser bunte Materialmix eine ganz hervorragende Reinigungslösung, die das Budget mit nur rund 40Euro belastet – je nachdem was in Haus und Hof schon vorhanden ist.
Dass man damit wirklich ein Bike sauber bekommt, zeigt die Fotogalerie. Insbesondere für alle, die eine gewisse Restwert-Vorstellung für ihren Dachhimmel im Auto haben und nicht gerne ein dreckiges Fahrrad verladen, eine saubere Lösung.
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